Berichte des Bezirksverbands aus 2019

Schützen lassen sich nicht durch die AfD vereinnahmen

Schützen lassen sich nicht durch die AfD vereinnahmen

Bei seinem Grußwort beim Bezirksverbandstag in Westenholz ging der stellvertretende Bundesschützenmeister Walter Finke auf die Flyer-Aktion der AfD ein und kritisierte, dass die AfD den christlichen Schützenbund und seine Bruderschaften zielgerichtet angeschrieben habe.

Vorausgegangen war, dass die Bundesregierung eine weitere Verschärfung des Waffenrechts über die Vorgaben der EU-Feuerwaffenrichtlinie hinaus beschließen möchte. Dagegen haben die Schießsportler und Jäger Einwände erhoben. Nach Darstellung von Walter Finke übernahm die AfD diese Einwände in einem Flyer und stellte diesen als Unterstützung für die Schießsportler/Jäger dar. Mit einem Anschreiben an viele Brudermeister und Obristen, auch der hiesigen Schützenvereine, werde suggeriert, dass die AfD sich für die Vereine stark mache und ihnen helfen wolle.

Walter Finke teilte mit, dass der Bundesvorstand, namentlich Bundesschützenmeister Emil Vogt, dieses Schreiben als Versuch der Vereinnahmung schärfstens kritisiere. Er erklärte unmissverständlich, dass „wir für unseren Verband, für unsere Mitgliedsbruderschaften politische Neutralität in Anspruch nehmen und verhindern möchten, dass auch nur der Eindruck einer inhaltlichen Nähe zwischen Schützen und AfD entsteht.“

Gerade in der heutigen Zeit, in der Rechtspopulisten unter dem Deckmantel der Heimatverbundenheit Grenzen abschotten und Fremdenhass schüren wollten, zeigten die Schützenbruderschaften, dass ihr Heimatbegriff auf Miteinander setze und nicht auf Ausgrenzung. Respekt, Ehrlichkeit und Toleranz gingen fest einher mit dem Leitgedanken ‚Für Glaube, Sitte, Heimat‘. „Wir sind heimatverbunden – weltoffen – zukunftsorientiert“, betonte Walter Finke in seiner Ansprache.

Diese Ansichten unterstützten die Schützen im Zelt mit einem starken Applaus.

Stellv. Bundesschützenmeister Walter Finke bei seinem Grußwort in Westenholz

 

 

Tolle Stimmung beim Bezirksverbandstag

Tolle Stimmung beim Bezirksverbandstag

650 Schützen aus dem Bezirksverband Paderborn-Land hatten sich aufgemacht, am Bezirksverbandstag teilzunehmen. Hervorragend organisiert war die Veranstaltung durch die St. Joseph-Schützenbruderschaft Westenholz um Oberst Uwe Erkelenz und Brudermeister Hubert Wiesing. Auf dem Schützenplatz war ein großes Zelt aufgebaut, das angenehm temperiert war und genügend Platz bot. Wie Hubert Wiesing betonte, sollte dies der Abschluss des Jubiläumsjahres sein.

Begonnen hatte der Tag mit dem Schützenhochamt um 14 Uhr in der örtlichen Pfarrkirche. Bezirksbundesmeister David Steffens nahm den ehemaligen Bezirkskönigen Hansi Lummer (Sudhagen) und Anton Simon (Dörenhagen) die Ketten ab. Nach deren Segnung übergab Bezirkspräses Bernhard Henneke sie an die neuen Bezirkskönige Frank Bröckling (Hövelhof) und Martin Amedick (Dörenhagen). Auch die Standarte wurde von Sudhagen nach Hövelhof gereicht. In Konzelebration mit Diözesanpräses Martin Göke und Bezirksjungschützenpräses Bernhard Liekmeier feierte Bernhard Henneke das Hochamt. In seiner Predigt ging er auf die eigentliche Herkunft des Begriffs „Schützen“ ein, was früher das Beschützen von Siedlungen und Ortschaften bedeutete, heute aber im eigentlichen Sinn nicht mehr aktuell sei. Die Aufgaben der Schützen hätten sich gewandelt, die Werte sich geändert. Die Schützen stünden weiterhin für Glaube, Sitte und Heimat. Sie würden jedoch gedeutet mit heutigen Wertmaßstäben, wie z.B. Rücksichtnahme, Eingliederung, Miteinander oder sich für jemanden einsetzen. Die Schützen sollten die Werte, die Gesellschaft und die Einheit beschützen. Daran sollten sie denken, wenn sie ihre Uniformen anzögen.

In Vertretung von Landrat Manfred Müller sprach Bernhard Wissing das Grußwort. Er betonte, dass die Vereine das Rückgrat der Gesellschaft seien. Aus den Dörfern würden sich die kommunalen Institutionen wie Polizei, Post und auch die Kirche immer weiter zurückziehen. Dies werde auf Dauer das dörfliche Leben verändern.

Der Delbrücker Bürgermeister Werner Peitz dankte für das Engagement der Schützenvereine. Geschätzt sei das Durchhaltevermögen, wenn Schützen ein Projekt anpacken würden. Die Schützen förderten die positive Entwicklung der Dorfgemeinschaften, indem sie Werte wie Verbundenheit und Kameradschaft vermitteln würden. Sie sollten stolz sein auf ihre Einsatzbereitschaft, die auch mit viel Arbeit verbunden sei. Dennoch bitte er alle, weiterzumachen und die kommenden Herausforderungen zu begleiten.

Der stellvertretende Bundesschützenmeister Walter Finke überbrachte die Grüße vom Präsidium und dankte ebenfalls für die Arbeit in den Vereinen.

Bundeskönig Hansi Lummer berichtete von seinen Eindrücken beim Bundesfest in Schloß Neuhaus. Er kündigte an, dass für den 18. April 2020 der Bundeskönigsball in Sudhagen geplant werde. Mit seiner Frau Gabi stellte er einen Anstecker vor, dessen Erlöse verschiedenen Behinderteneinrichtungen zugutekommen sollen.

Der stellvertretende Bezirksschießmeister überreichte Urkunden an die ausscheidenden Bezirkskönige Hansi Lummer und Anton Simon. Mit einem dreifachen Horrido wurde ihnen für ihr Eintreten für den Bezirksverband gedankt. Die neuen Bezirkskönige Frank Bröckling und Martin Amedick erhielten die Wanderpokale, die sie stolz und freudig in die Höhe hielten.

Für seinen Einsatz und die für den Internetauftritt geleistete Arbeit bedankte sich Bezirksbundesmeister David Steffens mit einem Präsent bei dem Bezirksmedienreferenten Robèrt Homuth, der zum Ende des Jahres auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausscheiden wird. Auch der stellvertretende Bezirksbundesmeister Meinolf Fleitmann verlässt den Bezirksvorstand. David Steffens führte seinen Werdegang im Ostenländer Schützenverein und die Jahre im Bezirksvorstand auf. Für seine Arbeit wurde ihm das Verdienst- und Ehrenabzeichen des Bezirksverbandes mit Eichenkranz in Silber verliehen. Michael Gräfner war 20 Jahre lang im geschäftsführenden Vorstand tätig. David Steffens lobte ihn als Schütze, der ihm mit seinem Wissen und seinem Einsatz ein Vorbild gewesen sei. Zudem sei er immer noch im Ostenländer Schützenverein aktiv. Bei der Bruderratssitzung wurde Michael Gräfner zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt, die Insignien wurden ihm von David Steffens überreicht. Gleichzeitig verlieh er Michael Gräfner noch das Verdienst- und Ehrenabzeichen des Bezirksverbandes mit Eichenkranz in Gold. Mit stehenden Ovationen würdigten die Schützen die ausscheidenden Vorstandsmitglieder.

Zur Unterhaltung traten die Musikfreunde Westenholz, der Schützenchor Westenholz und die Schießonkels aus Schöning auf. Mit der Nationalhymne wurde der offizielle Teil des Bezirksverbandstages beendet, der inoffizielle und gesellige Teil ging noch lange weiter.

  

v.l.: Oberst Uwe Erkelenz, Brudermeister Hubert Wiesing, Bezirksgeschäftsführer Michael Gräfner, stellv. Bezirksbundesmeister Meinolf Fleitmann, Bezirksbundesmeister David Steffens

 

Die Bezirkskönige Frank Bröckling (rechts) und Martin Amedick präsentieren die Pokale.

Die neuen Bezirkskönige 2020

Die neuen Bezirkskönige 2020

Wie dick ist Isolierband?

Spannende Entscheidungen beim Bezirkskönigsschießen des Bezirksverbandes Paderborn-Land: Der Unterschied vom zweiten zum dritten Platz war 0,14 mm. Das ist die Stärke von Elektro-Isolierband oder die 1,5 fache Dicke von einem Blatt Papier.

Großer Jubel brach aus, als Bezirksbundesmeister David Steffens den Sieger des Schießens präsentierte. Von der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Hövelhof erzielte Frank Bröckling mit 27 Ringen den ersten Platz. Der zweite Platz ging mit 26 Ringen an Martin Amedick von der St. Sebastian-Schützenbruderschaft Dörenhagen. Da auf dem Schießstand in Hövelhof auf elektronische Scheiben geschossen wurde, konnte die Abweichung zu den 26 Ringen von Hubert Brökelmann aus Sudhagen und damit zum dritten Platz genau bestimmt werden.

Bei der Begrüßung dankte der Bezirksbundesmeister den bisherigen Bezirkskönigen Hans Lummer und Anton Simon für ihr Auftreten und die Repräsentation des Bezirksverbandes. Durch das Erringen der Würde des Bundeskönigs habe Hans Lummer eine herausragende Leistung erbracht, die es im Bezirksverband Paderborn-Land vorher noch nicht gegeben habe. Aus den Händen des Hövelhofer Oberst Hubert Bonke erhielt Hans Lummer den Jubiläumsfestorden in Gold überreicht. David Steffens wünschte allen Königen eine ruhige Hand und Gut Schuss.

Der stellvertretende Bezirksschießmeister Franz-Josef Meyer leitete das Schießen. Er habe dem Bezirksschießmeister Hans Lummer frei gegeben. Für die 24 schießberechtigten Könige brauchte man vier Durchgänge, um die Wettbewerbe durchzuführen.

Die weiteren Ergebnisse sind hier einzusehen.

  

Von links: die stellvertretenden Bezirksschießmeister Björn Seidel und Franz-Josef Meyer, die Bezirkskönige Frank Bröckling und Martin Amedick, Bundeskönig Hans Lummer, Bezirksbundesmeister David Steffens

(Foto: Robèrt Homuth)

Neuwahlen bei der Bruderratssitzung

Neuwahlen bei der Bruderratssitzung

Turnusgemäß wurde nach 5 Jahren der Bezirksvorstand des Bezirksverbands Paderborn-Land gewählt. Von den 29 angeschlossenen Bruderschaften waren die Führungskräfte von 27 Vereinen anwesend, die insgesamt 17.000 Schützen im Paderborner Land repräsentieren. Die Bruderratssitzung fand in Westenholz statt.

Bezirksbundesmeister David Steffens (Sennelager) wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Dies geschah ebenso bei den stellvertretenden Bezirksbundesmeistern Norbert Stecker (Sande) und Josef Schröder (Kirchborchen) sowie Bezirksschriftführer Ulrich Fernhomberg (Elsen-Bahnhof). Der stellvertretende Bezirksbundesmeister Meinolf Fleitmann stellte sich nicht mehr zur Wahl. Für diesen Posten wurde aus der Versammlung Markus Löhle, Hauptmann der Bollerborn-Kompanie aus Altenbeken, nominiert und gewählt. Für Bezirksgeschäftsführer Michael Gräfner, der nicht wieder kandidierte, wurde der bisherige Bezirksschatzmeister Dieter Reichelt (Hövelhof) zum Geschäftsführer gewählt. Dessen Posten übernahm Manfred Ernst (Marienloh). Bezirksmedienreferent Robèrt Homuth gehört auf eigenen Wunsch nicht mehr zum Vorstand; die Nachfolge konnte noch nicht geregelt werden. Auf Antrag von Bezirksbundesmeister David Steffens wurde Michael Gräfner nach 20 Jahren Vorstandsarbeit zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.

Zu Beginn begrüßte Brudermeister Hubert Wiesing von der St. Joseph-Schützenbruderschaft Westenholz insbesondere den stellvertretenden Bundesschützenmeister Walter Finke aus Dörenhagen, Bundeskönig Hans-Christian Lummer aus Sudhagen, Bezirkskönig Anton Simon aus Dörenhagen und Bezirkspräses Bernhard Henneke aus Altenbeken. Nachdem Bezirksschatzmeister Dieter Reichelt den Kassenbericht verlesen hatte und die Kassenprüfung bestätigt wurde, konnte die Versammlung dem Vorstand Entlastung erteilen. Die weiteren Jahresberichte erfolgten von Bezirksbundesmeister David Steffens, stellv. Bezirksjungschützenmeister Marcel Mielemeier und Bezirksschießmeister Hansi Lummer. Dieser plauderte von seinen Erlebnissen und Eindrücken beim Bundesfest 2019 in Schloß Neuhaus, bei dem er den Titel des Bundeskönigs errungen hatte.

 

Der Bezirksvorstand von Paderborn-Land: (v.l.) stellv. Bezirksbundesmeister Josef Schröder, Bezirkspräses Bernhard Henneke, Bezirksbundesmeister David Steffens, Bezirksgeschäftsführer Dieter Reichelt, stellv. Bezirksbundesmeister Norbert Stecker, Bezirksschriftführer Ulrich Fernhomberg, stellv. Bezirksbundesmeister Markus Löhle. Es fehlt Bezirksschatzmeister Manfred Ernst.

Foto: Robèrt Homuth

Wichtige Entscheidungen beim Obristentag

Wichtige Entscheidungen beim Obristentag

 

In Marienloh trafen sich die Führungskräfte aus 25 Schützenbruderschaften, die dem Bezirksverband Paderborn-Land angehören. Die Einleitung übernahm der Oberst der St. Sebastian-Schützenbruderschaft Marienloh, Andreas Mertens. Neben den Obristen und Brudermeistern konnte Bezirksbundesmeister David Steffens auch Bezirkspräses Bernhard Henneke, Bezirkskönig Hans-Christian Lummer und den stellv. Bundesschützenmeister Walter Finke begrüßen.

David Steffens und Walter Finke stellten Entwicklungen im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften und im Diözesanverband Paderborn vor. Dazu wurde ein Referentenentwurf zu Veränderungen im Waffenrecht erläutert.

In der gleichzeitig einberufenen außerordentlichen Bruderratssitzung konnte die an die Datenschutzgrundverordnung angepasste Datenschutzordnung des Bezirksverbandes als Anhang zur Satzung verabschiedet werden. Informationen zum Verfahrensverzeichnis wird Bezirksschriftführer Ulrich Fernhomberg an die Vereine weiterleiten. Auch das Institutionelle Schutzkonzept zur Kindeswohlgefährdung, das der Bezirksverband sich auferlegte, wurde einstimmig beschlossen.

In einer ausführlichen Laudatio würdigte David Steffens die Verdienste des ehemaligen Brudermeisters der St. Johannes-Schützenbruderschaft Stukenbrock, Ulrich Teipel, der nach langer Amtszeit auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Sein Nachfolger Reinhard Austermeier stellte sich in launigen Worten vor und wurde mit einem Horrido in den Kreis der Obristen aufgenommen.

 

 

v.l.: Oberst Andreas Mertens, 1. Brudermeister Reinhard Austermeier, ehem. Brudermeister Ulrich Teipel, Bezirksbundesmeister David Steffens

 

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